Adventsmarkt in der Marienkirche

Ohne Frage, gibt es in sehr vielen Orten schöne Weihnachtsmärkte. Doch manche sind besonders. Der Adventsmarkt in der Marienkirche von Frankfurt (Oder) gehört in diese Kategorie. Er ist besonders festlich, besonders stimmungsvoll, besonders anheimelnd - einfach weihnachtlich. Dies gelingt ihm vor allem, weil er sich mit einer imposanten Hülle umgibt: den ehrwürdigen Mauern der St.-Marien-Kirche.



Im Chorraum vor den gotischen Fenstern ein prächtiger Weihnachtsbaum mit Krippe und lebenden Schafen. Die Gewölbe von farbigem Licht bestrahlt. In der ganzen Kirchenhalle, dicht aneinandergereiht zwischen den Stützpfeilern, die Verkaufsstände der Händler. Sie wirken klein zwischen den himmelan strebenden Säulen und machen deutlich, wie hoch und weit der Kirchenraum eigentlich ist.

Vom Chor aus erklingt festliche Bläsermusik, während wir uns anschauen, was die regionalen Anbieter, die Bauern, Handwerker und Künster, an Köstlichem, Dekorativem und Nützlichem zu bieten haben. Die Stände sind liebevoll gestaltet, jeder Blick empfiehlt sich als stimmungsvolles Fotomotiv. Es macht einfach Spaß, in diese einmalige Atmosphäre abzutauchen.



Ein paar Worte seien noch zur Marienkirche verloren. Mit ihrem Bau als Stadtkirche von Frankfurt (Oder) wurde Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen. Sie wuchs mit der Stadt, wurde immer wieder erweitert, bis sie zum größten Kirchengebäude der norddeutschen Backsteingotik geworden war. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Stadt und ihre Wahrzeichen zu großen Teilen zerstört. In ihrer wesentlichen Gestalt ist die eindrucksvolle Kirchenhalle heute wieder rekonstruiert. Ein Blick zum neuen Dach über den Säulen lässt erahnen, wie tief die Wunden waren. Der fehlende Südturm der Kirche ist übrigens kein Schaden des Krieges, er stürzte bereits im frühen 19. Jahrhundert ein und zog umfangreiche Arbeiten zur Sicherung des Gebäudes nach sich.



Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch die berühmten Bleiglasfenster der Kirche und ihre Odyssee. Sie sind im 14. Jahrhundert entstanden, zeigen biblische Geschichten und wurden während des Krieges als kunsthistorischer Schatz in Sicherheit gebracht. Sie gelangten nach Potsdam, dann nach Berlin und schließlich als Beutekunst nach Leningrad (Sankt Petersburg), wo sie im Lager der Eremitage verschwanden und seitdem als verschollen galten. Erst in neuerer Zeit kehrten die drei Bleiglasfenster an ihren angestammten Platz im Chor der Marienkirche zurück.



Den Adventsmarkt gibt es seit über 20 Jahren und wir sind froh, dieses weihnachtliche Kleinod entdeckt zu haben. Er findet immer an zwei Adventswochenenden statt, ganz bestimmt auch im nächsten Jahr.

#Dagewesen: Dezember 2018
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