Phöben: Verschneit und vereist

Draußen ist richtig Winter. Das passiert in unseren Breiten nicht zwingend jedes Jahr. Es hat reichlich geschneit, die Temperaturen fielen in den letzten Nächten stets auf zweistellige Minuswerte, der Himmel ist klar und wolkenlos: Postkarten-Winterwetter. Diesen schönen Sonntag wollen wir für einen Spaziergang nutzen.
Wir fahren nach Phöben. Das Dorf gehört zu Werder (Havel) und hat eine eigene Autobahnabfahrt direkt vor der Havelbrücke der A10. Die Hauptgründe, den Ort für einen Winterspaziergang zu besuchen, sind jedoch der bewaldete Wachtelberg und der nahe Fluss. Hier lässt sich der Winterzauber aus den verschiedensten Perspektiven erleben.
Von der Dorfmitte aus laufen wir den Wachtelberg hinauf, vorbei am Sendeturm auf seinem Gipfel geht es in den Wald. Wir begegnen vielen Familien, die zum Rodeln unterwegs sind. Kinderlachen hallt durch die Baumreihen, die Eltern zotteln mit dem Schlitten hügelan. Wir folgen einer der Rodeltrassen bis hinunter zum Waldrand. Hier geht der Blick über verschneite Pferdekoppeln. Den Wegmarkierungen für Wanderer folgend, trotten wir einen Weinberg hinauf. Phöbener Wachtelberg heißt der Tropfen aus den Reben, die hier auf den nächsten Jahrgang warten.
Wieder geht es einen Hügel hinab und querfeldein zur Straße zurück. Jetzt gehen wir zu den Havelwiesen hinüber. Dorf und Fluss kommen sich hier sehr nahe. Die Havel ist zugefroren und scheinbar hält das Eis. Es ist mehr als ein Anschein: Viele Leute tummeln sich auf dem Eis, sind mit Schlitten und Schlittschuhen unterwegs. Wir sind skeptisch. So sehr viele Nächte mit klirrendem Frost waren es eigentlich noch nicht. Doch offenbar funktioniert es. Ganze Menschengruppen stehen auf einem Fleck zusammen. Überall sind Kufenspuren in der dünnen Schneedecke zu sehen. Also wagen wir uns auch ein paar Schritte vom Ufer hinaus auf den Fluss. Von dem böigen Wind, der hier über die weite Fläche huscht, war im Schutz des Waldes nichts zu merken. Jetzt sind wir dankbar, unsere dicken Winterjacken anzuhaben.
Ein schöner Sonntag im Schnee und auf dem Eis. Ich habe einige Impressionen davon gesammelt, weil es ihn in dieser Perfektion so schnell nicht wieder geben wird. Wahrscheinlich. Zumindest in diesem Winter. Wer weiß …

Zeitstempel: Februar 2021
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